Thrombozyten

Besonders zur Behandlung von Thrombozytopenien (zu wenige Thrombozyten) nach Chemotherapie und generell im Rahmen von malignen Erkrankungen, werden immer wieder Trhrombozytenkonzentrate eingesetzt. Um die Exposition der Empfänger zu minimieren, werden immer häufiger Apheresepreparate verwendet. Sie werden von einem Einzelspender gewonnen und eignen sich besonders für Patienten, die bereits vorimmunisiert sind - entweder durch HLA-AK oder Thrombozytäre AK.

Generell können Thrombozytenkonzentrate auf zwei Arten hergestellt werden.

Einerseits durch das Poolen von 4-8 Buffy Coats oder durch eine Einzelspende mittels Thrombozytenapherese.

Von der Wirksamkeit sind sie gleichwertig. Der Nachteil von Pool-Präparaten ergibt sich nur aus einer höheren Spenderexposition des Empfängers. 

Einzelspenderpräparate braucht man vor allem, wenn HLA-kompatible Produkte gebraucht werden. Auf dem Thrombozyten werden HLA-Merkmale exprimiert. Hat nun ein Empfänger durch eine frühere Transfusion oder aber auch durch Schwangerschaften Antikörper gegen diese HLA-Merkmale, werden die transfundierten Thrombozyten mit den Antikörpern der Empfängers "markiert" und vernichtet. An der Vernichtung von Thrombozyten sind vor allem die Milz und die Leber beteiligt.

Genaueres über die Versorgung mit Thrombozytenkonzentraten kann im Kapitel "Versorgung mit TKS" nachgelesen werden.

 

Auch ein Thrombozytenkonzentrat hat seine eigenen Spezifikationen: es muss leukozytendepletiert sein, und auch nicht mehr wie 10^6 Leukozyten enthalten und die Mindestanzahl an Zellen muss mindestens 2 x 10^11 betragen.

In einem Thrombozytenkonzentrat sind ca. 30 ml Restplasma, sonst schwimmen sie in einer Nährlösung (PAS).

Pathogeninaktivierte Thrombozytenkonzentrate können unter konstanter Bewegung (sogenannte horizontale Schüttler) 7 Tage lang bei 22-26°C gelagert werden. Übrigens müssen alle Thrombozytenkonzentrate in horizontalen Schüttlern gelagert werden - nicht nur die pathogeninaktivierten.

Seit einigen Jahren führen immer mehr Spendedienste eine Pathogeninaktivierung ein, um auch die so genannten "New emerging diseases" zu erfassen. Nur noch wenige Blutbanken in Österreich bieten Thrombozytenkonzentrate OHNE Pathogeninaktivierung an - nämlich die Blutzentrale in Linz.